Gemüseanbau: Fruchtfolgen beachten für reiche Ernte

Die richtige Fruchtfolge und der passende Fruchtwechsel bringen großen Ernteerfolg im Gemüsegarten. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

Mit Fruchtfolge und Fruchtwechsel zum Ernteerfolg im Gemüsegarten

Hältst du die Fruchtfolge und den Fruchtwechsel richtig ein, kannst du dich über große Ernteerfolge in deinem eigenen Gemüsegarten freuen. Durch die beiden Maßnahmen versorgst du die Gemüsepflanzen optimal mit Nährstoffen.

Fruchtfolge und Fruchtwechsel - Der Unterschied

Bei der Fruchtfolge und beim Fruchtwechsel geht es darum, welche Gemüsepflanzen nach den jeweiligen Vorgängern angebaut werden sollen. Die Fruchtfolge bezieht sich auf den Neuanbau in derselben Saison (unterjährig).

Beispiel: Du bepflanzt das Beet nach der Ernte deiner Frühkartoffeln im Juni neu, etwa mit Mangold, Kohl oder anderen späten Kulturen.

Der Fruchtwechsel bezieht sich auf den Neuanbau in der nächsten Saison.

Durchdachte Fruchtfolge für reiche Gemüseernten

Planst du den Gemüseanbau in deinem Garten sinnvoll, ist selbst auf einer kleinen Fläche eine reiche Ernte möglich, ohne dem Boden dadurch zu viele Nährstoffe zu entziehen. Achte darauf, nie Gemüsearten aus einer Familie nacheinander in dasselbe Beet zu setzen.

Beispiel: Wo du erst noch Rosenkohl kultiviert hast, solltest du nicht gleich den nächsten Kreuzblütler anbauen, beispielsweise Radieschen oder Kresse.

Wechsele während des Jahres zwischen

- Kreuzblütlern,

- Doldenblütlern (Möhren, Petersilie etc.),

- Schmetterlingsblütlern (Bohnen, Erbsen etc.),

- Gänsefußgewächsen (Spinat, Rote Rüben etc.),

- Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Paprika etc.) und

- Kürbisgewächsen (Kürbis, Gurke etc.).

Fruchtwechsel zwischen Stark-, Mittel- und Schwachzehrern

Abhängig von der Höhe des Nährstoffbedarfs unterteilt man Gemüsepflanzen in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.

So sieht ein traditioneller Fruchtwechsel aus:

1. Jahr: Starkzehrer (Kohlarten, Kartoffeln, Kürbis, Gurken etc.)

2. Jahr: Mittelzehrer (Salat, Möhren, Mangold, Fenchel etc.)

3. Jahr: Schwachzehrer (Bohnen, Zwiebeln, Kresse, Radieschen etc.)

4. Jahr: Gründüngung

Danach beginnt der Zyklus wieder von vorne. Durch dieses Anbau-Schema werden dem Boden von Jahr zu Jahr weniger Nährstoffe entzogen. Die Gründüngung im vierten Jahr (dem Brachejahr) füllt den Nährstoffvorrat des Bodens wieder auf.

Wie bei der Fruchtfolge solltest du die verwandtschaftlichen Verhältnisse der Pflanzen berücksichtigen und nicht in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Gemüse aus derselben Familie anbauen. Dies gilt übrigens auch für die Gründüngungspflanzen.

Tipp: Bei der Fruchtfolge musst du hinsichtlich Stark-, Mittel- und Schwachzehrern nicht pingelig sein. Du kannst im selben Jahr ruhig zwei Starkzehrer nacheinander pflanzen.

Empfehlungen zur Gründüngung

Im Frühjahr ist für Stark- und Mittelzehrer eine Kompostgabe von drei bis vier Litern pro Quadratmeter erforderlich, für Schwachzehrer genügen ein bis zwei Liter.

Tipp: Dünge dein Starkzehrer-Beet Anfang Juni mit etwa 30 bis 50 Gramm Hornmehl pro Quadratmeter nach.

Alle drei bis vier Jahre solltest du den Nährstoffgehalt des Gartenbodens checken lassen. Der Januar ist die beste Zeit dafür. Durch die Ergebnisse kannst du die Nährstoffgabe gut anpassen.

Hinweis: Stellt sich heraus, dass der Boden mit Phosphat überversorgt ist (bei sehr vielen Gemüsegärten in Deutschland der Fall), mischst du weniger Kompost unter die Erde und düngst lieber mit Hornmehl.

Tipp: Den pH-Wert des Bodens kannst du mit einem Test auch einfach selbst überprüfen.

Fazit: planvoll vorgehen lohnt sich

Führe genau Buch darüber, was du wann in welchem Beet angebaut hast. So behältst du den Überblick und kannst für eine optimale Fruchtfolge und einen sinnvollen Fruchtwechsel sorgen.